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Ausdauer & Wettkampf

IRONMAN 70.3 – Die Mitteldistanz

Dein Guide für den Half-Ironman: 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad, 21,1 km Laufen

Der IRONMAN 70.3 – auch Half-Ironman genannt – ist der Schritt in die Langdistanz-Welt. 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und ein Halbmarathon erfordern solide Vorbereitung. Dieser Guide zeigt dir Training, Ernährung und Rennstrategie.

Kurz erklärt

  • Distanzen: 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad, 21,1 km Laufen
  • Dauer: 4:30–7:00 Stunden je nach Niveau
  • Training: 10-15 Stunden/Woche, 16-20 Wochen Aufbau
  • Ernährung: 200-300 kcal/Stunde während des Rennens
  • Ausrüstung: Aerohelm, Trisuit, Zeitfahraufsätze optional
  • Mental: Marathonlauf auf müden Beinen – Pacing ist alles

IRONMAN 70.3 – Die Mitteldistanz erobern

1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21,1 Kilometer Laufen – der IRONMAN 70.3, auch bekannt als Mitteldistanz oder Half-Ironman, ist der Traum vieler ambitionierter Triathleten. Die 70.3 steht für die Gesamtdistanz in Meilen – und für eine Herausforderung, die ernst genommen werden will.

Der Sprung von der olympischen Distanz zur Mitteldistanz ist erheblich. Es ist nicht einfach ‚ein bisschen mehr' – es ist eine qualitativ andere Erfahrung. Die Anforderungen an Ausdauer, Ernährung, mentale Stärke und Zeitmanagement steigen deutlich. Gleichzeitig ist der 70.3 für viele der Einstieg in die Welt der Langdistanz-Triathlons – erreichbar mit moderatem Zeitaufwand, aber anspruchsvoll genug, um eine echte Leistung zu sein.

Was macht den 70.3 besonders?

Die Wettkampfdauer liegt für Hobbytriathleten typischerweise zwischen 5 und 7 Stunden. Das ist lang genug, um jeden Fehler in Training und Rennstrategie gnadenlos aufzudecken. Gleichzeitig ist es kurz genug, dass du noch mit vernünftiger Intensität unterwegs sein kannst – im Gegensatz zur vollen Ironman-Distanz, die fast ausschließlich im Grundlagenbereich gefahren wird.

Der 70.3 ist auch deshalb beliebt, weil er mit 10-15 Trainingsstunden pro Woche erreichbar ist – herausfordernd, aber vereinbar mit Job und Familie. Dieser Ratgeber zeigt dir den Weg zu deinem ersten Half-Ironman.

Die Distanzen verstehen

Bevor du ins Training einsteigst, solltest du verstehen, was jede Teildisziplin von dir verlangt.

1,9 km Schwimmen

Fast das Doppelte der olympischen Distanz. Für die meisten 30-50 Minuten im Wasser. Schwimmtechnik wird noch kritischer – ineffizientes Schwimmen erschöpft dich für die langen Stunden danach. Freiwasser-Erfahrung ist essenziell: Orientierung, Masse-Starts, Wellengang.

90 km Radfahren

Hier wird der 70.3 gewonnen oder verloren. 2,5-4 Stunden auf dem Rad (je nach Niveau und Streckenprofil). Aerodynamik ist entscheidend – kleine Verbesserungen bringen große Zeitgewinne. Pacing ist kritisch: Zu schnell gefahren, und der Halbmarathon wird zur Qual. Ernährung auf dem Rad entscheidet über Erfolg oder Einbruch.

21,1 km Laufen (Halbmarathon)

Nach 3-5 Stunden Vorbelastung läufst du einen Halbmarathon – mit entsprechend müden Beinen. Dein 70.3-Halbmarathon-Tempo liegt deutlich unter deinem frischen Halbmarathon-Tempo (typischerweise 30-60 Sekunden pro Kilometer langsamer). Mentale Stärke ist hier entscheidend. Die letzten 5-10 km sind ein Kampf mit dir selbst.

Gesamtzeit

Profis: unter 4 Stunden. Schnelle Age-Grouper: 4:30-5:30 Stunden. Solide Hobbytriathleten: 5:30-6:30 Stunden. Einsteiger: 6:30-8 Stunden (Cut-off meist bei 8:30). Dein Ziel für den ersten 70.3: Finishen und genießen.

Voraussetzungen

Ideal: Erfahrung mit olympischer Distanz. Regelmäßiges Training in allen drei Disziplinen. Du kannst 2 km schwimmen, 100 km Rad fahren, 15+ km laufen. Bereitschaft für 10-15 Trainingsstunden pro Woche.

Schwimmtraining für 1,9 km

1,9 Kilometer Freiwasserschwimmen erfordern solide Technik, Ausdauer und mentale Ruhe.

Technische Grundlagen

Bei fast 2 km im Wasser macht sich jede Ineffizienz bemerkbar. Fokus auf: Wasserlage: Hüfte hoch, stromlinienförmig. Armzug: Effizienter Catch, kräftiger Pull, entspannte Recovery. Beinschlag: Minimal – 2-Beat-Kick spart die Beine fürs Rad und Laufen. Atmung: Bilateral können hilft bei Orientierung und Wellengang. Rotation: Aus der Hüfte, nicht nur aus den Schultern.

Trainingsstruktur

Häufigkeit: 3x pro Woche. Umfang: 2.500-4.000m pro Einheit. Mix: Technik, Intervalle, Ausdauer, Freiwasser.

Beispiel-Einheiten

Technik-Einheit (2.500m): 400m Einschwimmen. 4x100m Technikübungen. 8x100m mit Paddles (Fokus auf Catch). 4x50m schnell. 300m Ausschwimmen. Ausdauer-Einheit (3.500m): 500m Einschwimmen. 2.500m am Stück (Renntempo oder leicht darunter). 500m Ausschwimmen. Intervall-Einheit (3.000m): 400m Einschwimmen. 3x (400m zügig + 100m locker). 5x100m schnell (20 Sek. Pause). 300m Ausschwimmen.

Freiwasser-Training

Für den 70.3 ist Freiwasser-Erfahrung Pflicht. Regelmäßig im offenen Wasser trainieren (1x pro Woche in der Saison ideal). Üben: Orientierung (Sighting), Massenschwimmen, Bojen-Wenden, Neoprenanzug-Handling. Längere Freiwasser-Einheiten (2+ km) als Wettkampf-Simulation.

Schwimmziele

Realistische Ziele für deinen ersten 70.3: Einsteiger: 45-55 Min. Fortgeschrittene: 35-45 Min. Schnelle Schwimmer: unter 35 Min. Das Schwimmen sollte dich nicht erschöpfen – du hast noch 4-6 Stunden vor dir.

Radtraining – 90 km strategisch meistern

90 Kilometer auf dem Rad – hier entscheidet sich der 70.3. Wer hier richtig fährt, läuft gut. Wer überpaced, leidet.

Die Herausforderung

90 km bedeuten 2,5-4 Stunden auf dem Rad. Die Strecke ist lang genug, dass Ernährung und Pacing absolut kritisch werden. Aerodynamik macht bei dieser Distanz einen großen Unterschied. Dein Ziel: 90 km effizient und mit Reserven für den Halbmarathon absolvieren.

Trainingsstruktur

Häufigkeit: 3x pro Woche. Typen: Ausdauer (90-120 Min. locker). Tempo/Threshold (60-90 Min. mit Intervallen). Lange Fahrt (2,5-4 Std. am Wochenende). Koppel (Rad + Lauf).

Beispiel-Einheiten

Ausdauer (2 Std.): Gleichmäßiges Tempo, Zone 2. Fokus auf Ernährung und Trittfrequenz. Tempo (90 Min.): 20 Min. Einfahren. 3x15 Min. im 70.3-Renntempo mit 5 Min. locker. 15 Min. Ausfahren. Lange Fahrt (3-4 Std.): Moderate Intensität. Wettkampf-Ernährung testen. Die letzten 30 Min. im Renntempo.

Pacing – der Schlüssel

Der größte Fehler: Zu schnell fahren. Dein 70.3-Radtempo muss nachhaltig sein – du musst danach noch einen Halbmarathon laufen. Faustregel: Wenn du denkst, du könntest schneller fahren – tu es nicht. Wattmessung: Ideal für präzises Pacing. Ziel: 70-75% deiner FTP (Functional Threshold Power). Herzfrequenz: Zone 2-3, nicht höher. Wenn dein Puls zu hoch ist, bremse.

Aerodynamik

Bei 90 km macht Aero einen Riesenunterschied. Aero-Position (Aerolenker, Triathlon-Rad). Körperhaltung: Flacher Rücken, Kopf unten. Eng anliegende Kleidung, Aero-Helm. Aero kann auf 90 km 10-20 Minuten ausmachen!

Ernährung auf dem Rad

Bei 2,5-4 Stunden auf dem Rad ist Ernährung entscheidend. Plane 60-90g Kohlenhydrate pro Stunde (nach den ersten 30 Min.). Beginne früh – nicht warten, bis du Hunger hast. Kombiniere Flüssigkeit und Energie (Sportgetränk). Feste Nahrung (Riegel, Bananen) ist bei moderatem Tempo möglich. Teste alles im Training!

Lauftraining – Der Halbmarathon nach 4+ Stunden

Ein Halbmarathon ist keine einfache Sache. Ein Halbmarathon nach fast 2 km Schwimmen und 90 km Radfahren ist eine ganz andere Herausforderung.

Die Realität

Dein 70.3-Halbmarathon wird langsamer sein als ein frischer Halbmarathon – plane 30-60 Sekunden pro Kilometer mehr ein. Die Beine sind vorermüdet, die Glykogenspeicher angegriffen. Die ersten 3-5 km fühlen sich oft schrecklich an. Mentale Stärke ist mindestens so wichtig wie körperliche Fitness.

Trainingsstruktur

Häufigkeit: 3x pro Woche. Typen: Lockere Läufe (45-60 Min.). Tempoläufe (30-40 Min. in forschem Tempo). Intervalle (z.B. 6-8x1.000m). Langer Lauf (1x pro Woche, 90-120 Min.). Koppelläufe (nach dem Radfahren).

Koppeltraining – nicht verhandelbar

Für den 70.3 ist regelmäßiges Koppeltraining Pflicht. Häufigkeit: 1-2x pro Woche. Varianten: Standard-Koppel: 60-90 Min. Rad + 30-45 Min. Lauf. Lange Koppel: 3+ Std. Rad + 60+ Min. Lauf. Brick-Wiederholungen: 3-4x (25 Min. Rad + 15 Min. Lauf).

Beispiel-Einheiten

Lockerer Lauf (60 Min.): Zone 2, konversationsfähig. Regeneration und Grundlagenausdauer. Tempo (50 Min.): 10 Min. Einlaufen. 30 Min. in ‚komfortabel hartem' Tempo. 10 Min. Auslaufen. Langer Lauf (100 Min.): Gleichmäßiges, moderates Tempo. Die letzten 20-30 Min. etwas schneller (simuliert Rennende). Intervalle (60 Min.): 15 Min. Einlaufen. 6x1.000m schnell mit 90 Sek. Trabpause. 15 Min. Auslaufen.

Pace-Strategie

Die ersten 5 km: Bewusst zurückhalten. Die Beine müssen sich anpassen. Km 5-15: Eigenes Tempo finden und halten. Km 15-21: Wenn noch Reserven da sind – jetzt investieren. Letzte 3 km: Alles geben. Negative Splits sind das Ziel – die zweite Hälfte schneller als die erste.

Ernährung – Treibstoff für 5-7 Stunden

Bei 5-7 Stunden Wettkampfdauer wird Ernährung zur Wissenschaft. Wer hier Fehler macht, finisht nicht – oder leidet unnötig.

Die Grundlagen

Dein Körper kann etwa 60-90g Kohlenhydrate pro Stunde verwerten (mit Training auch mehr). Bei 5+ Stunden Belastung musst du während des Wettkampfs signifikant Energie zuführen. Flüssigkeit ist ebenso kritisch – Dehydration killt die Leistung.

Vor dem Wettkampf

Die Tage vorher: Kohlenhydrate betonen (‚Carb Loading'). Gewohnte Lebensmittel. Ausreichend trinken, aber nicht übertreiben. Wettkampf-Morgen: 3-4 Stunden vor dem Start frühstücken. 100-150g Kohlenhydrate (Toast, Porridge, Banane). Leicht verdaulich, wenig Fett und Ballaststoffe.

Während des Wettkampfs

Schwimmen: Keine Verpflegung. Radfahren: Dein Ernährungsfenster! Plane 60-90g Kohlenhydrate pro Stunde. Beginne nach 20-30 Min. Alle 15-20 Min. etwas zuführen. Mix aus: Sportgetränk (liefert Flüssigkeit + Energie + Elektrolyte). Gels (schnelle Energie). Riegel/Bananen (länger anhaltend). Trinken: 500-1.000ml pro Stunde (je nach Hitze und Schweißrate). Laufen: Weniger Ernährung nötig (schwerer zu verdauen). Cola/Gel an Verpflegungsstationen (schneller Zucker). Wasser/Elektrolyte. Ziel: 30-60g Kohlenhydrate pro Stunde.

Was kann schiefgehen?

Zu wenig Energie: ‚Bonking' – totaler Energieeinbruch. Zu viel auf einmal: Magenprobleme, Übelkeit. Neue Produkte im Wettkampf: Verdauungskatastrophe. Zu wenig Flüssigkeit: Dehydration, Krämpfe, Leistungseinbruch. Zu viel Flüssigkeit: Hyponatriämie (gefährlich!).

Deine Strategie entwickeln

Teste im Training: Was verträgst du auf dem Rad? Was auf dem Lauf? Erstelle einen Ernährungsplan: Wann nimmst du was zu dir? Übe das Timing: Alle 15-20 Min. auf dem Rad etwas zuführen.

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Equipment für den 70.3

Mit steigender Distanz wird Equipment wichtiger – bei 90 km Radfahren macht Aerodynamik einen echten Unterschied.

Das Rad – die wichtigste Investition

Optionen: Rennrad mit Aerolenker-Aufsatz: Preiswerte Lösung, gute Aerodynamik. Triathlon-/Zeitfahrrad: Optimal für Triathlon, teurer, weniger vielseitig. Wichtig: Das Rad muss passen! Ein professionelles Bikefitting ist die beste Investition. Investitionsprioritäten: Aerodynamische Position (Aufsatz, Fitting). Gute Laufräder (tiefe Felgen). Qualitäts-Reifen.

Schwimmen

Neoprenanzug: Pflicht für die meisten 70.3-Events. Guter Neo = mehr Auftrieb = schneller + Energieersparnis. Investition: 200-600 Euro. Schwimmbrille: Zuverlässig, beschlagfrei. Backup-Brille mitnehmen!

Laufen

Laufschuhe: Gut eingelaufen, wettkampftauglich. Manche nutzen leichtere Schuhe für den Wettkampf. Race Belt und Startnummer: Für schnelle T2. Kappe/Visor: Sonnenschutz für den langen Lauf.

Triathlon-spezifisch

Tri-Suit: Ein Einteiler für alle Disziplinen. Qualität lohnt sich bei 5+ Stunden Tragezeit. Investition: 150-400 Euro. Aero-Helm: Bei 90 km kann ein Aerohelm mehrere Minuten sparen. Ernährungs-Setup: Bento-Box am Oberrohr für feste Nahrung. Gel-/Riegel-Halter. Ausreichend Flaschenhalter.

Technik

Radcomputer: Mit GPS, Geschwindigkeit, Zeit, Herzfrequenz. Wattmessung: Ideal für präzises Pacing auf dem Rad. GPS-Uhr: Für Pace und Herzfrequenz auf dem Lauf.

Budget-Prioritäten

Wenn Budget begrenzt ist: Bikefitting + Aerolenker-Aufsatz. Guter Neoprenanzug. Qualitäts-Tri-Suit. Aero-Helm (gebrauchte sind oft günstig). Rest ist Nice-to-have.

Trainingsplan – 20 Wochen zum 70.3

Dieser Plan bringt dich vom olympischen Niveau zum 70.3-Finish. Voraussetzung: Du hast Triathlon-Erfahrung und kannst 8+ Stunden pro Woche trainieren.

Wöchentlicher Aufwand

Wochen 1-8: 8-10 Stunden. Wochen 9-16: 10-14 Stunden. Wochen 17-18: Peak, 12-15 Stunden. Wochen 19-20: Taper, 6-10 Stunden.

Phase 1: Basis (Wochen 1-6)

Fokus: Volumen aufbauen, Grundlagenausdauer. Schwimmen: 3x pro Woche, 2.000-3.000m. Radfahren: 3x pro Woche, 60-90 Min. + 1x lang (2-2,5 Std.). Laufen: 3x pro Woche, 40-60 Min. + 1x lang (75-90 Min.). Koppel: 1x pro Woche (60 Min. Rad + 20 Min. Lauf). Intensität: Meist Zone 2, gelegentlich Zone 3.

Phase 2: Aufbau (Wochen 7-14)

Fokus: Volumen steigern, spezifische Intensität. Schwimmen: 3x pro Woche, 2.500-4.000m, inkl. Intervalle und Freiwasser. Radfahren: 3x pro Woche + 1x lang (2,5-3,5 Std.), inkl. Tempo-Fahrten. Laufen: 3x pro Woche + 1x lang (90-120 Min.), inkl. Tempoläufe. Koppel: 1x pro Woche (90 Min. Rad + 45 Min. Lauf). Intensität: Zone 2-3 dominant, regelmäßig Zone 4 Arbeit.

Phase 3: Spezifisch (Wochen 15-18)

Fokus: Wettkampfsimulation, Peak-Fitness. Schwimmen: Freiwasser, Renntempo-Intervalle, 2+ km am Stück. Radfahren: 90+ km Fahrten mit Renntempo-Abschnitten. Laufen: Lange Läufe bis 2 Std., Tempoläufe im Zieltempo. Koppel: Wettkampf-Simulation (80+ km Rad + 15+ km Lauf). Woche 17-18: Peak-Volumen, dann Reduktion einleiten.

Phase 4: Taper (Wochen 19-20)

Fokus: Erholung, Frische, mentale Vorbereitung. Volumen: 50-60% des Peak-Volumens. Intensität: Behalten, aber kürzer. Letzte Woche: Nur lockere Einheiten, kurze Steigerungen. Ernährung: Carb Loading 2-3 Tage vor dem Rennen.

Beispiel-Woche (Phase 2, ca. 12 Std.)

Mo: Schwimmen 3.000m. Di: Rad 75 Min. (Tempo) + Lauf 25 Min. (Koppel). Mi: Laufen 50 Min. (locker). Do: Schwimmen 2.500m + Rad 45 Min. (locker). Fr: Ruhe oder leichtes Schwimmen. Sa: Rad 3 Std. (Ausdauer + Ernährung testen). So: Laufen 100 Min. (lang).

Wettkampf-Strategie

5-7 Stunden Wettkampf erfordern eine durchdachte Strategie – hier ist dein Rennplan.

Vor dem Rennen

Strecke studieren: Schwimmkurs, Radprofil, Laufstrecke. Verpflegungsstationen kennen. Zeitplan erstellen: Grobe Zielzeiten für jede Disziplin. Wechselzeiten einplanen. Material vorbereiten: Am Vortag alles checken und abhaken.

Das Schwimmen

Startposition: Nach Können wählen. Bei Massenstarts: Außen oder hinten, wenn unsicher. Pacing: Die ersten 300-400m kontrolliert. Dann eigenes Tempo. Orientierung: Alle 8-10 Züge kurz hochschauen. Ziel: Effizient schwimmen, nicht erschöpft aus dem Wasser kommen.

T1

Keine Hektik – du hast Zeit. Neo aus, Helm auf, Rad nehmen. Kurz durchatmen. Ziel: 3-4 Minuten (weniger ist Bonus).

Das Radfahren

Die ersten 15 km: Tempo finden, NICHT überpacen! Pacing: 70-75% FTP oder Zone 2-3 Herzfrequenz. Ernährung: Nach 20-30 Min. starten. Alle 15-20 Min. etwas zuführen. Ziel: 60-90g KH pro Stunde. Letzte 10 km: Etwas leichter treten, Beine ‚freimachen'. Trinken: 500-1.000ml pro Stunde.

T2

Rad ab, Helm ab, Laufschuhe an. Eventuell Kappe, Gel einstecken. Ziel: 2-3 Minuten.

Der Halbmarathon

Km 1-5: Bewusst zurückhalten! Die Beine fühlen sich fremd an – das ist normal. Km 5-15: Eigenes Tempo, konstant halten. An Verpflegungsstationen: Trinken, eventuell Cola/Gel. Km 15-21: Jetzt kannst du investieren, wenn noch Reserven da. Letzte 5 km: Mental – ein Schritt nach dem anderen. Letzte km: Alles geben!

Mentale Strategien

Teile das Rennen in Abschnitte (‚nur noch bis zur nächsten Verpflegung'). Mantras: ‚Ich bin vorbereitet.' ‚Die anderen leiden auch.' Fokus auf die aktuelle Aufgabe, nicht auf das, was noch kommt.

Nach dem 70.3 – Wie geht es weiter?

Du hast einen 70.3 gefinisht – du bist offiziell Half-Ironman! Was kommt jetzt?

Erholung

Ein 70.3 hinterlässt Spuren. 1-2 Wochen: Aktive Erholung, sehr lockere Einheiten. 2-4 Wochen: Langsamer Wiedereinstieg ins strukturierte Training. Höre auf deinen Körper – die Regeneration dauert länger als nach kürzeren Distanzen.

Option 1: Mehr 70.3

Die Mitteldistanz ist für viele das ‚Sweet Spot' des Triathlons. Herausfordernd, aber mit vernünftigem Trainingsaufwand. 2-3 Rennen pro Saison sind möglich. Fokus auf Zeitverbesserung, Technik, Taktik.

Option 2: Die volle Distanz – Ironman

Der nächste logische Schritt: 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen. Fast doppelt so lang wie der 70.3 – eine qualitativ andere Erfahrung. Erfordert: 15-20+ Trainingsstunden pro Woche. 24-30 Wochen Vorbereitung. Signifikantes Lebens-Commitment. Nicht für jeden – aber ein unvergessliches Erlebnis.

Option 3: Schneller werden

Fokus auf Verbesserung innerhalb der Distanz: Schwimmtechnik perfektionieren. Radpower steigern (strukturiertes Intervalltraining). Laufökonomie verbessern. Viele Triathleten verbringen Jahre auf der Mitteldistanz und werden kontinuierlich schneller.

Option 4: Spezialisieren

Vielleicht entdeckst du eine Leidenschaft: Fokus auf Schwimmen: Open-Water-Rennen. Fokus auf Radfahren: Zeitfahren, Gran Fondos. Fokus auf Laufen: Marathons mit der aufgebauten Grundfitness.

Die 70.3-Community

Die Half-Ironman-Community ist groß und aktiv. Vereine, Trainingsgruppen, Wettkampf-Reisen. Die Erfahrung verbindet – viele der Bekanntschaften halten ein Leben lang. Egal, welchen Weg du wählst: Du hast etwas Großes erreicht. Genieße es.

Häufig gestellte Fragen

Für Hobbytriathleten typischerweise 5-7 Stunden. Schnelle Age-Grouper: 4:30-5:30 Stunden. Der Cut-off liegt meist bei 8:30 Stunden. Profis schaffen die Strecke in unter 4 Stunden.

Typischerweise 10-15 Stunden pro Woche über 20-24 Wochen Vorbereitung. Das Minimum liegt bei etwa 8 Stunden, ideal sind 12-14 Stunden pro Woche mit einer guten Mischung aus Volumen und Intensität.

Nein, aber es hilft. Ein Rennrad mit Aerolenker-Aufsatz ist eine gute und preiswertere Alternative. Wichtiger als das Rad ist ein gutes Bikefitting – die Position macht den größten Unterschied.

60-90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde. Das entspricht etwa 2-3 Gels pro Stunde oder eine Kombination aus Sportgetränk, Gels und Riegeln. Beginne nach 20-30 Minuten und führe regelmäßig Energie zu.

Konservativ! 70-75% deiner FTP (Functional Threshold Power) oder Zone 2-3 Herzfrequenz. Das fühlt sich anfangs zu leicht an, aber du brauchst die Reserven für den Halbmarathon.

Durch regelmäßiges Koppeltraining (Rad + Lauf direkt hintereinander). 1x pro Woche reicht aus. Die letzten Kilometer auf dem Rad mit leichterem Gang und höherer Trittfrequenz fahren, um die Beine ‚freizumachen'.

Das Ziel sollte sein, zu finishen und zu genießen. Grobe Orientierung: Schwimmen 35-50 Min., Rad 2:30-3:30 Std., Lauf 2:00-2:45 Std. Rechne mit 5:30-7:00 Stunden gesamt inklusive Wechsel.

Sehr wichtig! 2-3 Tage vor dem Rennen Kohlenhydrate betonen (‚Carb Loading'). Am Morgen 3-4 Stunden vor dem Start 100-150g Kohlenhydrate zu dir nehmen. Keine Experimente – nur Bewährtes.

Wenn du mindestens 2-3 olympische Distanzen erfolgreich absolviert hast und bereit bist, 10-15 Stunden pro Woche zu trainieren. Du solltest 2 km schwimmen, 100 km Rad fahren und 15 km laufen können.

Tempo reduzieren, nur noch Flüssigkeit (Wasser, Cola) zu dir nehmen, feste Nahrung weglassen. Magenprobleme entstehen oft durch zu viel/zu schnelles Essen, falsche Produkte oder zu hohe Intensität. Vorbeugen: Im Training testen, was du verträgst.

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