RED-S – Relative Energy Deficiency in Sport – ist ein Syndrom, das auftritt, wenn die Energiezufuhr nicht ausreicht, um sowohl die Anforderungen des Trainings als auch die grundlegenden Körperfunktionen zu decken. Es ist ein ernstes Gesundheitsproblem, das weit über das hinausgeht, was früher als ‚Female Athlete Triad' bekannt war.
Die ursprüngliche Triade beschrieb die Verbindung von Energiemangel, Menstruationsstörungen und reduzierter Knochendichte bei Sportlerinnen. Das aktualisierte RED-S-Konzept erkennt an, dass die Auswirkungen viel breiter sind und auch Männer betreffen können – obwohl Frauen häufiger und stärker betroffen sind.
Der zentrale Mechanismus ist die niedrige Energieverfügbarkeit – LEA, Low Energy Availability. Dies ist die Energie, die nach Abzug des Trainingsaufwands für die Körperfunktionen übrig bleibt. Wenn diese zu niedrig ist, schaltet der Körper in einen Sparmodus und reduziert oder stoppt nicht-essentielle Funktionen – einschließlich der Fortpflanzung.
Die Auswirkungen betreffen praktisch jedes Körpersystem: Hormonstörungen, Knochenschwäche, Stoffwechselverlangsamung, kardiovaskuläre Beeinträchtigung, psychische Gesundheit, Immunfunktion, Protein-Synthese und mehr. Paradoxerweise leidet auch die sportliche Leistung – obwohl der Energiemangel oft im Streben nach besserer Leistung entsteht.
RED-S kann jeden treffen – Elite-Athletinnen und Hobbysportlerinnen, in Ausdauersportarten und Kraftsport, bei bewusster Kalorienrestriktion und unbeabsichtigtem Energiemangel durch hohen Trainingsumfang. Die Erkennung und Prävention sind essenziell für die langfristige Gesundheit und ironischerweise auch für die langfristige sportliche Leistung.



